Ein Tag auf Halde Schwerin und im Erin Park

in der Pott und ich/Fotolabor

Wenn jemand von Außerhalb an das Ruhrgebiet denkt, dann fällt ihm als erstes ganz sicher nicht Castrop-Rauxel ein. Und wenn jemanden von Außerhalb an eine stillgelegte Zeche im Ruhrgebiet denkt, dann ist es sicher nicht die Zeche Erin. Und wenn man zu guter letzt jemanden von Außerhalb nach einer Abraumhalde mit einer Landmarke fragt, dann sagt er ganz sicher auch nicht als erstes Halde Schwerin. Ich gebe zu jemand aus dem Pott, der nicht in Castrop-Rauxel und Umgebung wohnt, würde es wohl ähnlich gehen. Dabei tut man der Stadt und seinen Sehenwürdigkeiten damit doch ein wenig Unrecht. Die Stadt hat eine belegte Kulturszene und abgesehen von dem Leerstand, den man überall in den Innenstädten im Ruhrgebiet findet, gibt es auch kleine Inhabergeführte Geschäfte, wie die wirkliche entzückende Buchhandlung Castroper LeseLust in der Fußgängerzone. Und weil wir nicht immer dieselben prominenten Halden erklimmen wollten, wie alle anderen auch, haben wir uns vorgenommen den weniger beachteten einen Besuch abzusatten. Den Anfang macht die Halde Schwerin in Castrop-Rauxel.
 
Die Halde Schwerin gehörte zur ehemaligen Zeche Graf Schwerin. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscherpark wurde auf der Halde 1993 eine Sonnenuhr installiert. Das Plateau der Halde liegt auf 147 m über NN. Ähnlich, wie beim Tippelsberg ist die Halde Schwerin, aber eine Halde für zwischendurch oder Kurzentschlossene. Vom Parkplatz aus muss man lediglich 24 Höhenmeter überwinden. Dabei erklimmt man das Gipfelplateau über eine von vier Achsen, die an den Himmelsrichtungen ausgerichtet wurden und die mit unterschiedlichen Materialen aus der aktiven Zeit der Zeche Graf Schwerin gestaltet wurden.
 
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Die Halde Schwerin ist der höchste Punkt von Castrop-Rauxel. In den 90er Jahren und sicher auch davor hatte man einen tollen Blick in Emschertal. Mittlerweile weist die künstlich angelegte Grünanlage sehr hohe Bäume auf. Nichtsdestotrotz kann man bei guter Sicht richtig weit sehen. Wir erkannten sofort das Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward und später am Tag sogar im Schleier der Wolken den Tetraeder auf der Halde Beckstraße.
Neben den Aufstiegswegen finden sich jeweils Panoramahinweisschilder, die einem sagen was man theoretisch in der Ferne sehen könnte. Kommt darauf an, ob es nicht von Bäumen, einer anderen Halde oder durch schlechte Sicht verdeckt ist ;o) Da die Landmarken der Halde Hoheward und der Halde Beckstraße erst später entstanden sind, kann man sie auf diesen Hinweisschildern leider nicht entdecken. Aber ich verrate euch, sie liegen in westlicher Richtung ;o)
Neben der Sonnenuhr auf dem Plateau gibt es noch zwei weitere Kunstwerke. Einen Wasertempel, dem wir nicht begegnet sind, allerdings war die Natur auf der Halde noch recht „zerrupft“ durch den Sturm an Pfingsten. Und die Sinuspergola. Na, wer von euch hat in Mathe gut aufgepasst?
 
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Da wir schon morgens recht früh auf der Halde waren und man sie schnell hinauf und wieder hinab spazieren kann, haben wir noch einen kurzen Abstecher in den Erin-Park gemacht. Schon oft habe ich den Erin-Förderturm aus der Ferne gesehen. Aber das war das erste mal, dass ich ihn tatsächlich besucht habe. Der Förderturm ist der zentrale Mittelpunkt des Parks, welcher sich in einen Bereich mit Gebwerbebetrieben und einen mit Grünanalge aufteilt. Und diese Grünanalge lädt wirklich zum erholen und verweilen ein. Künstlich aufgeschüttetet kleine Halden formen diese Anlage optisch. Dazwischen befinden sich Wege, Wasserläufe und Betonfundamente als Zeugen der Vergangenheit.
Leider haben wir es versäumt diese kleinen Halden zu erklimmen, um die Aussicht zu genießen. Aber beim nächsten Mal werde ich das auf jeden Fall machen :o)
 
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An den Förderturm kann man sogar ganz nah heran. Zum anfassen, sozusagen ;o) Cool wäre es, wenn man ihn befahren könnte. Allerdings müsste man ihn dann erst Mal von seinen Bewohnnern befreien. Denn schon vom weiten hört man das Gurren der vielen Tauben, die ihn sich als überdimensionierten Taubenschlag ausgewählt haben.
 
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Trotz meiner Überschrift kann man nur bedingt den ganzen Tag auf Halde Schwerin und im Erin Park verbringen, es sei denn man arbeitet im integrierten Gewerbegebiet ;o) Zwischendurch sind wir also wieder nach Hause gefahren, ich habe ein Posting veröffentlicht und mich danach mit den Kreativen Köpfen für eine kleine Marktvorbesprechung getroffen. Währenddessen hat sich der weltbeste Mann auf seinen Drahtesel geschwungen und ist mit ihm nochmal zur Halde Schwerin aufgebrochen. Wir waren dort zum Sonnenuntergang verabredet ;o)
 
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Das war die beste Idee, die wir an diesem Tag haben konnten. Der Himmel war leicht bewölkt. Das erschwerte zwar die Sicht in die Ferne, aber es sorgte für einen einfach grandiosen Himmel. Das Horizontobservatorium hab ich mal etwas näher für euch heran geholt. Den Tetraeder konnten wir durch das Teleobjektiv gerade so erkennen, auf den Bildern ist er auch mit Bildbearbeitung leider nicht so richtig hervorzuheben. Ich erspare euch die Bilder von grauer Suppe in der Ferne also mal ;o)
Und nach etwas warten kam schließlich einer der schönsten Sonnenuntergänge. Wie gemalt. Natur ist so wundervoll! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, den Rest erledigen die Bilder.
 
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