Urlaubsvertretung: Katharina von Sacotami handmade unique

in Kaffeeklatsch

Seit Januar letzten Jahres bin ich Mitglied der DaWanda-Gruppe „Die kreativen Köpfe aus Bochum, Dortmund und Umgebung“. Seit Februar 2012 treffen wir uns jeden 2. Donnerstag im Monat zum Stammtisch in Bochum. Wir haben mit dieser Gruppe sogar schon Mal einen eigenen Kreativmarkt organisiert, verabreden uns aber auch für andere Märkte und unterstützen uns auf vielerlei Weise.
Auf einem dieser Treffen lernte ich dann auch Katharina von Sacotami handmade unique kennen. Katharina näht Taschen im mittelalterlichen Stil und ganz außergewöhnliche Nadelkissen in Schneiderpuppen-Form. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Und sie ist einfach ein wundervoller Mensch, den ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte. Katharina und ich haben einen ähnlichen Geschmack und was noch viel wichtiger ist: Wir lieben dieselben Stoffe! Was ich an Katharina aber auch vom ersten Augenblich an mochte war ein eher ungewöhnliches Hobby, das auch mit dem Nähen zu tun hat ;o) Aber am besten erzählt sie euch selbst davon. Danke dass du mich heute vertrittst, Honey :o)


 

„Hallo, ich heiße Katharina und mein liebstes Hobby ist Cosplay!“
„Hmm, bitte was machst du? Das sagt mir so gar nichts…“
„Entschuldige, das kennst du noch nicht? Dann versuche ich mal es Dir zu erklären!“
 
Der heutige Gastbeitrag in Fabulatoria´s fabelhaften Blog, dreht sich rund um das Thema „Cosplay“.
Ich habe die super Chance erhalten, Euch etwas über mein Hobby zu erzählen.
Was genau es damit auf sich hat, erfahrt Ihr hier nun von mir:
 
Cosplay (jap. コスプレ, kosupure)
 
Durch den Manga – / und Anime – Boom in den 1990er Jahren kam der Verkleidungstrend mit japanischem Ursprung auch in die USA und nach Deutschland hinüber. Der Begriff „Cosplay“ setzt sich aus den englischen Begriffen „costume“ und „play“ zusammen, was frei übersetzt dann soviel wie „Kostümspiel“ heißt. Der Teilnehmer stellt durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu einen Charakter aus den Bereichen Manga*, Anime**, Computerspiel oder Film & Fernsehen dar.
 
Cosplay wird überwiegend zum eigenen Vergnügen und für Wettbewerbe auf Anime–Conventions*** betrieben. Die Kostüme der Darsteller sind dann häufig von hoher Qualität. Das durchschnittliche Alter der Darsteller liegt zwischen 15 und 25 Jahren. Der Verkauf von selbstgeschneiderten Kostümen und jeglicher Art von Zubehör, sowie das Modeln oder sich vermieten für Events sind mögliche Einnahmequellen für Cosplayer. Aber nur ein kleiner Teil der Cosplayer betreibt dieses Hobby, um damit Geld zu verdienen.
 
* Manga → japanischer Begriff für Comics
** Anime → japanische Zeichentrickfilme
*** Anime-Conventions → Veranstaltungen rund um das Thema
 
Ich höre auf den Namen Katharina, bin 29 Jahre, verheiratet, bald Mama eines kleinen Mädchens und ich habe eine ausgefallene Leidenschaft, wie viele andere vielleicht sagen würden.
Ich bin Cosplayerin und stolz darauf, solch ein kreatives Hobby auszuüben!
 
Meine Kostüme nähe ich in der Regel selbst und zeige mich in meinen Cosplays auf verschiedenen Veranstaltungen das ganze Jahr über in Deutschland und habe einfach Spaß mit Gleichgesinnten. Man kann natürlich noch davon ausgehen, dass auch ich ein normales Leben habe neben diesem Hobby, aber das Thema „Cosplay“ zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben und ich möchte es nicht mehr missen!
 
Die Ideensammlung, der kreative Gestaltungsprozess und die möglichst originalgetreue Darstellung & Umsetzung dann später auf Conventions, erfüllen mich immer wieder von Neuem mit Freude! Besonders wenn ich mein Hobby zusammen mit meinen Freunden ausüben kann. Denn in erster Linie sollte man Spaß an dem haben, was man tut – egal was andere vielleicht darüber sagen oder denken.
 
Für mich selbst ist es immer wieder eine große Herausforderung, wenn man sich einen Charakter auswählt, den man verkörpern möchte. Man hat natürlich nicht immer die gleiche Augenfarbe, Haarfarbe oder andere äußere Merkmale und Attribute, wie die Figur die man darstellen möchte und muss demnach ein bisschen nachhelfen und tricksen.
Möglichkeiten gibt es da erfreulicherweise sehr viele:
 
→ tolle Perücken aus japanischer Kunstfaser
Diese wirken teilweise so realistisch, als wären es die eigenen Haare.
Entweder kauft man dann diese schon vorab für bestimmte Charaktere fertig gestylt
oder es gibt auch hier genug talentierte Cosplayer, die Ihre Perücke passend selbst stylen und frisieren.
 
→ Kontaktlinsen
Es gibt sie ohne oder wenn erforderlich mit Stärke in diversen Farben und Mustern.
 
→ Ohr – Applikationen
Wie bei „Der Herr der Ringe“ z.B. um spitze Ohren zu bekommen – werden mit Hautkleber befestigt
und vervollständigen das ein oder andere Outfit.
 
→ künstliche Bärte oder diverse andere Latex–Applikationen
Diese sind ebenfalls käuflich erwerblich, um sich optisch noch besser anzupassen.
 
Da fällt die Recherche dann oftmals auch langwieriger aus, wenn man sich seine Utensilien und Stoffe erst alle zusammensuchen muss für sein Cosplay. Ansonsten wäre dann die Herstellung des Kostüms auch eine Sache, die natürlich nicht jedem so einfach fällt. Ihr kennt das vielleicht, wenn man Nähanfänger ist, dass man sich an gewisse Sachen nicht sofort heran traut, weil man denkt sie wären zu extrem & schwierig. Natürlich es gibt heutzutage auch mittlerweile die Möglichkeit diverse Cosplays zu kaufen.
Aber da darf man leider oftmals Abstriche in der Qualität machen oder muss auf gewisse Details verzichten, wenn man nicht gerade extrem viel Geld übrig hat.
 
Meine Ansicht allerdings ist, dass man nur mit „learning by doing“ und ausprobieren von bestimmten Projekten auch Misserfolge bzw. dann später Erfolge bestreiten kann. Es fällt niemandem in den Schoß, eine Meisternäherin zu sein von Anfang an.
Deswegen sage ich auch immer, trau dich – versuch es doch einfach mal!
Und es ist auch nichts verwerfliches daran, andere um Hilfe zu bitten.
 
Mein erstes & liebstes Kostüm hat darum einen hohen emotionalen Stellenwert für mich.

Kagura – die Windherrscherin aus der Animeserie „InuYasha“. (siehe Link)
 
Sie ist eine Dämonin mit spitzen Ohren, roten Augen und die Verkörperung eines Bösewichtes.
Zu Ihren Kräften gehört z.B. die Befehlsgewalt über den Wind, welchen sie unter anderem mit Ihrem Fächer steuern kann. Insgesamt ein vielschichtiger und interessanter Charakter.
Ich konnte mich kreativ auslassen, was das Basteln angeht, denn dieser Charakter benötigte bestimmte Ohrringe, Haarschmuck und einen Fächer, der auch noch modifiziert werden musste.
 
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Vom näherischen Standpunkt aus, ist es bei Weitem für mein erstes Projekt nicht perfekt geworden.
Der Kragen am Kimono z.B. war schief und krumm, aber ich habe letztlich etwas mit eigenen Händen erschaffen und bin noch heute stolz darauf es geschafft zu haben. Ich bin glücklich, dieses Cosplay tragen zu können und habe auch einiges an positivem Feedback in den letzten Jahren dafür bekommen.
 
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Im Laufe der Jahre habe ich mich nun an verschiedene Kostüme herangewagt und dadurch habe ich immer wieder neues gelernt und konnte mich etwas verbessern.
 
Wenn man dann sein fertiges Cosplay vorzeigen möchte, kann man das auf entsprechenden Veranstaltungen tun, die das ganze Jahr über an verschiedenen Orten in Deutschland (oder auch im Ausland) verteilt zu mehr oder minder festen Zeitpunkten stattfinden.
 
In der Szene gibt es Conventions, die schon sehr viele Jahre regelmäßig stattfinden, wie die Connichi z.B. – seit 2003 findet diese jährlich im Kongress Palais in Kassel statt. Kassel liegt im Zentrum Deutschlands und ist somit aus allen Richtungen für Cosplayer sehr gut zu erreichen.
 
Die Connichi findet über 3 Tage statt (Freitag – Sonntag), was einem in der Regel ein abwechslungsreiches Wochenende beschert. In einem Hotel vor Ort übers Wochenende einquartiert oder auch nur als Tagesausflug angepeilt, macht man sich dann tagsüber auf, um das Gelände und-/oder die Innenräume der Convention unsicher zu machen.
Wer sich mit dem Rahmenprogramm, Wettbewerben und Händlerständen mit Merchandise z.B. innen beschäftigen möchte, benötigt dafür eine Eintrittskarte. Aber viele Cosplayer treffen sich nur draußen auf dem Außengelände um gemeinschaftlich auf Decken auf der Wiese z.B. zu sitzen, tauschen sich mit Gleichgesinnten aus, picknicken, machen Fotos und haben einfach Spaß daran, sich selbst im Cosplay zu präsentieren oder auch die ganzen anderen tollen Cosplays zu bewundern.
 
Eine tolle Sache ist es, wenn man noch andere Charaktere aus der eigenen Serie z.B. auf der Convention trifft und man Gruppenfotos machen kann. Je mehr Leute man dann zusammen bekommt, umso toller ist das natürlich.
 
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Alternativ kann man aber auch sein Cosplay oder seine Gruppe gezielt in Szene setzen, wenn man sich für ein privates Fotoshooting in einer zum Charakter bzw. zur Serie passenden Lokation entscheidet.
Dadurch hat man die Möglichkeit, bestimmte Aspekte seines Kostüms besser zur Geltung zu bringen, wenn nicht jede Menge andere Menschen im Hintergrund herum sitzen oder entlang laufen hat bei den Fotos die gemacht werden.
Das gibt einem ebenfalls die Möglichkeit, noch näher an das Original heran zu kommen.
 
Leider gibt es allerdings auch oft genug Unverständnis von außenstehenden Menschen, was die Ausübung von diesem Hobby angeht. Klassische Bemerkungen von ganz verdutzten Leuten z.B. sind gewesen, als man auf dem Weg zu einer Veranstaltung war mit öffentlichen Verkehrsmitteln: „Ist denn schon wieder Karneval, oder warum seid Ihr so komisch angezogen?!“
 
Deswegen muss man mit den Reaktionen entsprechend umgehen können, darüber stehen und auch begreifen, dass andere Menschen das Ganze mit dem Kostümieren nicht als selbstverständlich, sondern wohl möglich auch etwas befremdlich empfinden. Ein wenig Humor gehört deswegen einfach auch dazu, wenn man dieses Hobby ausübt ;)
 
Ich werde Cosplay auch in Zukunft als Hobby ausüben, solange es mir möglich ist und ich noch Spaß an der Sache habe.
Dafür schwirren mir einfach noch zu viele Ideen im Kopf herum!
Und besonders, wenn meine Kleine nun auch mit meiner ausgefallenen Leidenschaft aufwachsen wird…
wer weiß, wie sehr sie das Hobby beeinflusst und was sie vielleicht dann selbst noch so sein will?
Eine kleine Prinzessin oder doch eine gefürchtete Piratin…wir werden es sehen, was ich dann noch so nähen darf!^^
 
Vielen Dank für das entgegengebrachte Interesse. Dies war nur ein kleiner Einblick in mein Hobby…aber ich denke es reicht für den Anfang schon mal. Wenn ihr noch Fragen habt, dürft ihr mich gerne anschreiben, ich beiße nicht!^^
 
Liebe Grüße, eure Katharina
 

2 Comments

  1. Hey, danke für den interessanten Einblick und die schönen Fotos. Mit cosplay habe ich mich bisher noch nicht wirklich beschäftigt, auch wenn ich wußte, was es ist und auch schon viele Darsteller gesehen habe. Ich selbst bin eher in Sachen Mittelalter und auf den entsprechenden Märkten und Veranstaltungen unterwegs. Mal gewandet und mal in „zivil“ :-) Das ist immer sehr lustig, wenn man gewandet hin in Bochum in die S-Bahn steigt und z.B. zum MPS nach Dortmund will. Und am Hbf treffen dann Scharen von gewandeten Mittelalterfreunden und ebenso Scharen von „gewandeten“ BVB Fans aufeinander. Ein lustiges Bild :-)
    Ich wünsche Dir noch ganz viel Spaß mit deinem tollen Hobby!
    Lg Haydee

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